Zeugnisvergabe

27. Juni 2009

Wieder eine Förmlichkeit auf dem Weg der Freiheit abgearbeitet.

Seit gestern bin ich offiziell Abiturientin. Dem ging ein scheinbar unendlich langer Abend voraus. Nachdem bei uns zu Hause alle mit Kaffeee und Kuchen versorgt waren, vollzog sich in elender Langsamkeit der traditionelle Austausch belangloser Höflichkeiten und das klassische unangenehme Schweigen, wenn man mal wieder feststellt, dass einen mit den Menschen am anderen Ende des Tisches nichts verbindet, folge danach. Zum Glück konnte mein kleiner Bruder mit seinem Charme die Stimmung etwas auflockern.

Meine beiden Männer

Meine beiden Männer

Die weiteren Festlickeiten fanden in der Hoffnungskirche statt. Die Aula kann,wegen Einsturgefahr, weiterhin für solche Dinge nicht genutzt werden,  was eigentlich schade ist, weil ich mich noch lebhaft an die Eröffnungsrede von Schöneberger zu meinem Übergang zum Gymnasium in der Aula erinnern.

Abgesehen davon, dass es wohl wenige Orte als eine Kirche gibt, wo ich mich noch unpassender fühle, hatte die Örtlichkeit noch weitere kleine Nachteile. Das Mikrophon mag ja für die Sonntagsprädigtausreichend sein, wenn drei Omis mit Hörgeräten in der ersten Reihe sitzen, aber für diese Anzahl von Menschen war es einfach zu leise. Zweitens wurden anscheinend die SItze auf der Empore mitgezählt, als es hieß “Da is so viel Platz drin, das wird gar kein Problem!”. Nur leider ist es als Abiturient organisatorisch unklug, auf der Empore zu sitzen, wenn man runter muss, um sein Zeugnis in Empfang zu nehmen.

Sehr zu loben waren die Schülerreden. Wenn man diejenigen, die sie gehalten haben persönlcih kennt, weiß man, dass sie nur genial werden konnten. Aber auch alle anderen waren restlos begeistert. Nicht zuletzt, weil beide Redner sehr gut mit den Schwächen des Mikrophons umgehen konnten.

Endlich erhielten wir also unser Zeugnis, zusammen mit einer Rose von unserem Tutor. Dazu gab es für mich noch von Thomas Nagel (englisch ausgesprochen, klingt viel besser) das Buch “Das letze Wort”. Etwas passenderes Hätte ich mir wohl selbst nicht aussuchen können.

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