Der Abiball

29. Juni 2009

Ein schöner Abend geht immer viel zu schnell zu Ende. (Warum und wie man das ein wenig ändern kann ist in Stefan Kleins „Zeit“ nach zu lesen.) Aber das ist besser als ein nicht ganz so schöner Abend, der sich ewig hin zieht. Gestern hatte ich ein bisschen von beidem.

Zu erst einmal brauchte ich natürlich ein Kleid.
Keine leichte Aufgabe, wenn man a) nicht viel Geld ausgeben will, b) das Kleid nachher noch mal anziehen will und c) es trotzdem zum Anlass passen soll. Dazu wollte ich mir auch nicht den Stress machen, lange nach einem zu suchen. Und ich hatte Glück, denn das Kleid hat mich gefunden.
Eines Abends als Basti und ich spazieren gingen, sah ich es in einem Schaufenster hängen und wusste sofort „Das ist es!“. Schwarz, schlicht, süß.

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Endlich angekommen

So hab ich mich den ganzen sehr wohl in meinem kleinen Schwarzen gefühlt.
Die nächste Hürde waren dann meine Haare. Weil sie ja seit einiger Zeit gestuft sind, hatte ich keine Ahnung, ob eine Hochsteckfrisur überhaupt funktionieren würde. Meine Zweifel bewiesen sich als unbegründet, auch wenn sie viel länger dauerte, als ich erwartet hatte und so haben wir leider das Gruppenfoto verpasst. Schade, aber auch wieder egal.
Die Feier fand im Estrel Festival Center statt. Sicher eine ganz noble Sache, aber für meinen Geschmack ein bis zwei Nummern zu groß. Aber ich bin auch kein Maßstab, ich stehe nicht so auf Massenveranstaltungen, die keine wissenschaftlichen Vorträge sind.
Die Eröffnung und das ganze Programm waren sehr schön, vor allem abwechslungsreich. Es gab zwei Auftritte einer kleinen Band unseres Jahrgangs, die für mich den Höhepunkt des Abends bedeuteten.

Der Vorsaal

Das Essen war genauso fantastisch, es gab kaum Dinge , die nicht geschmeckt haben. Ich, die sonst kaum Süßes mag, hab mir sogar zwei mal Nachtisch geholt.

Es gab auch die üblichen Ehrungen für Menschen, die sich um unseren Jahrgang verdient gemacht haben und mehrere Auftritte einer Tanzgruppe.
Nach dem Unterhaltungsteil folgte die freie Beschäftigung. Der Ballkönig und die Ballkönigin eröffneten den ersten Tanz mit einem Walzer und kurz darauf war die Tanzfläche auch schon voll. Eine tolle Gelegenheit, um zu überprüfen, wie viel man von den Standardtänzen noch kann. Überraschender weise hatten wir damit gar keine Probleme. Es hat einfach Spaß gemacht. Nur schade, dass für einen Tango zwar die richtige Musik, aber nicht genügend Platz, vorhanden war. Danach folgte eine Weile eine bunte Mischung aus den Klassikern der letzen Jahrzehnte.

Der Saal
Der Saal

Alles was danach kam und wir noch mit bekommen haben lässt sich als „UtzzzUtzzz“ mit viel Bass beschreiben. Da nun keine Möglichkeit, sich zu unterhalten oder wirklich zu tanzen, bestand, war für uns der Abend damit beendet.

Zeugnisvergabe

27. Juni 2009

Wieder eine Förmlichkeit auf dem Weg der Freiheit abgearbeitet.

Seit gestern bin ich offiziell Abiturientin. Dem ging ein scheinbar unendlich langer Abend voraus. Nachdem bei uns zu Hause alle mit Kaffeee und Kuchen versorgt waren, vollzog sich in elender Langsamkeit der traditionelle Austausch belangloser Höflichkeiten und das klassische unangenehme Schweigen, wenn man mal wieder feststellt, dass einen mit den Menschen am anderen Ende des Tisches nichts verbindet, folge danach. Zum Glück konnte mein kleiner Bruder mit seinem Charme die Stimmung etwas auflockern.

Meine beiden Männer

Meine beiden Männer

Die weiteren Festlickeiten fanden in der Hoffnungskirche statt. Die Aula kann,wegen Einsturgefahr, weiterhin für solche Dinge nicht genutzt werden,  was eigentlich schade ist, weil ich mich noch lebhaft an die Eröffnungsrede von Schöneberger zu meinem Übergang zum Gymnasium in der Aula erinnern.

Abgesehen davon, dass es wohl wenige Orte als eine Kirche gibt, wo ich mich noch unpassender fühle, hatte die Örtlichkeit noch weitere kleine Nachteile. Das Mikrophon mag ja für die Sonntagsprädigtausreichend sein, wenn drei Omis mit Hörgeräten in der ersten Reihe sitzen, aber für diese Anzahl von Menschen war es einfach zu leise. Zweitens wurden anscheinend die SItze auf der Empore mitgezählt, als es hieß “Da is so viel Platz drin, das wird gar kein Problem!”. Nur leider ist es als Abiturient organisatorisch unklug, auf der Empore zu sitzen, wenn man runter muss, um sein Zeugnis in Empfang zu nehmen.

Sehr zu loben waren die Schülerreden. Wenn man diejenigen, die sie gehalten haben persönlcih kennt, weiß man, dass sie nur genial werden konnten. Aber auch alle anderen waren restlos begeistert. Nicht zuletzt, weil beide Redner sehr gut mit den Schwächen des Mikrophons umgehen konnten.

Endlich erhielten wir also unser Zeugnis, zusammen mit einer Rose von unserem Tutor. Dazu gab es für mich noch von Thomas Nagel (englisch ausgesprochen, klingt viel besser) das Buch “Das letze Wort”. Etwas passenderes Hätte ich mir wohl selbst nicht aussuchen können.

Zusammenfassung Abi

24. Juni 2009

Zugegeben, was ich bis jetzt über mein Abi geschrieben habe, war ziemlich durcheinander und nichts sagend (ja, nach neuer Rechtschreibung auseinander). Deshalb habe ich die Posts gelöscht und hier kommt eine zusammenfassung der letzen paar Wochen.

Zuerst kamen da die schriftlichen Prüfungen. Ich hatte sehr viel Glück mit den Aufgaben, weil sie genau auf das gepasst haben, was ich gelernt hatte. Im Rückblick hätte ich deshalb dort auch stärkere Leistung von mir erwartet. Das gute war, dass man schnell vergessen hatte, dass es eine Abiturprüfung war. Nach einer halben Stunde hat es sich wie jede andere Klausur angefühlt. Trotzdem ging es mir während den Prüfungen nicht besonders gut. Meine Nervosität schlug sich in schlechtem Schlaf und Übelkeit bzw. keinem Hunger nieder. Das kannte ich eigentlich von mir gar nicht, weil ich sonst vor Arbeiten immer ziemlich gelassen war. Wieder was über mich gelernt.

Die Präsentationsprüfung lief am besten. Das lag sicher einerseits daran, dass ich mir das Thema selbst ausgesucht hatte, aber auch daran, dass ich einen guten Draht zum Prüfer hatte. Danach gabs Erdbeersorbet :) .

Die (fast) letze Prüfung war meine mündliche Prüfung in Biologie. Obwohl ich mich im Stoff total sicher gefühlt habe, war ich während der Prüfung sehr nervös. Daraus habe ich gelernt, dass ich das nächste mal nachfrage, wenn ich eine Frage nicht verstanden habe anstatt einfach drauf los zu reden. Ich hatte nämlich das Gefühl, es wäre peinlich, wenn ich zugebe, dass ich einfach nicht verstanden habe, was der Prüfer da meinte. Dann hab ich wieder Erdbeersorbet bekommen. Eine tolle Tradition!

Am 16.6, also letze Woche Dienstag, bekamen wir die Ergebnisse. Mein Schnitt war 1,9.

Wie schon angedeutet, waren meine schriftlichen Noten nicht umwerfend. Deshalb entschied ich mich eine Nachprüfung in Philosophie zu machen. Auf der einen Seite war der Druck kleiner, weil mir nur ein Punkt zur 1,8 fehlte. Anderer Seits hatte ich nur knapp eine Woche zum lernen – und dabei war ich doch schon völlig aus dem Lern-Trott raus!

Mittwoch folgte dann noch der Abistreich. Gleich danach fing ich aber an zu lernen und so konnte ich vorgestern dann meinen endgültigen Schnitt verbessern. Die Prüfung war genauso “hart” wie meine erste mündliche. Aber ich wusste, was mich erwartet und ich hab mich getraut, zu fragen, was der Prüfer genau meinte, und so verlief sie mit weit weniger Nervenflattern.

Der Neue

Nebenbei hatte ich oft den Gedanken “Wie geht´s danach weiter?”, und ich weiß es echt nicht. Auf der einen Seite will ich unbedingt in Berlin bleiben. Gleichzeitig würde ich auch gerne so bald wie möglich anfangen zu studieren. Widerum sind die berliner Unis auch nicht die besten… Aber einen Rucksack hab ich schon mal ;-) Das ich mir den gekauft habe, hat mir in dem Moment das Gefühl gegeben, wenigstens etwas auf die Uni vorbereitet zu sein. Komisch.

Der Neue
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